Römische Fußballvereine: Besuche diese Fußballteams in Rom

Römische Fußballvereine: Besuche diese Fußballteams in Rom

Rom ist eine Zwei-Klub-Stadt, und die Trennlinie verläuft nicht entlang eines Flusses oder eines Viertels, sondern mitten durch die Familien: Brüder, Nachbarn und Kollegen stehen auf verschiedenen Seiten. Die Fußballvereine in Rom teilen sich dasselbe Stadion, dieselbe Stadt und dieselbe maßlose Leidenschaft – und sonst nichts. Seit 2026 steht zudem ein dritter Name auf der Karte, und der kommt von der Küste.

Rom Fußball: Wer spielt in welcher Liga?

Die Übersicht für die Saison 2026/27:

  • Serie A: AS Rom, Lazio Rom
  • Serie C (Gruppe B): Ostiamare sowie Guidonia Montecelio aus der Provinz
  • Serie D und Regionalligen: Trastevere, Roma City und eine lange Reihe von Stadtteilklubs

Die beiden großen römischen Fußballvereine teilen sich das Stadio Olimpico im Foro-Italico-Komplex im Norden der Stadt. Das heißt: Ein Wochenende in Rom bringt fast immer mindestens ein Spiel in dieser Arena. Spielt die Roma auswärts, ist Lazio meist zu Hause – und umgekehrt.

AS Rom: die Giallorossi

Der AS Rom entstand 1927 aus der Fusion dreier Hauptstadtklubs – Roman, Alba-Audace und Fortitudo –, einer politisch gesteuerten Operation, die Rom eine Mannschaft auf Augenhöhe mit dem industriellen Norden verschaffen sollte. Gelb und Rot sind die Stadtfarben, die Wölfin im Wappen verweist direkt auf den Gründungsmythos.

Die Titelsammlung ist bescheidener, als es die Anhängerschaft vermuten lässt: drei Meisterschaften in den Jahren 1942, 1983 und 2001, dazu die Conference League 2022 unter José Mourinho. Der Titel von 1983 mit Falcão, Bruno Conti und Agostino Di Bartolomei bleibt für mehrere Generationen von Fans der absolute Maßstab.

Heute wird dieser römische Fußballverein von Gian Piero Gasperini trainiert und qualifizierte sich am letzten Spieltag der Saison 2025/26 für die Champions League. Die Spielzeit 2026/27 beginnt im Olimpico gegen Florenz und endet am 30. Mai 2027 in Cagliari. Parallel schreiten die Verfahren für ein neues Stadion in Pietralata voran: Langfristig wird die Roma das Olimpico verlassen.

Lazio Rom: die Biancocelesti

Lazio ist der ältere der beiden Klubs: 1900 von einer Gruppe Leichtathleten aus dem Viertel Prati gegründet, lange bevor es die Roma gab. Die himmelblau-weißen Farben stammen von der griechischen Flagge, als Hommage an die antiken Olympischen Spiele – ein Detail, das viel über die Ursprünge des Vereins verrät, der als breit aufgestellter Sportverein und nicht als reine Fußballmannschaft begann.

Zwei Meisterschaften, 1974 und 2000, sowie der Europapokal der Pokalsieger 1999: Auch hier steht eine überschaubare Bilanz einer sehr intensiven Fankultur gegenüber. Die Elf von Sven-Göran Eriksson mit Nesta, Nedvěd und Salas gilt als historischer Höhepunkt.

Die aktuelle Lage ist schwieriger. Nach dem siebten Platz 2025/26 spielt Lazio in dieser Saison nicht international und setzt auf Gennaro Gattuso für den Neuaufbau. Die Saison startet am 23. August 2026 in Bologna und endet am 30. Mai 2027 im Olimpico gegen Florenz.

Das Derby della Capitale: das eigentliche Spektakel

Wenn nur ein Spiel drin ist, dann dieses. Das Stadtderby von Rom gehört zu den intensivsten Europas – nicht obwohl, sondern gerade weil sich beide Mannschaften ein Stadion teilen. Die Curva Sud (Roma) und die Curva Nord (Lazio) blicken sich das ganze Jahr über an, und am Derbytag verwandelt sich das gesamte Olimpico in zwei feindliche Blöcke mit wochenlang vorbereiteten Choreografien, Pyrotechnik und Spruchbändern.

In der Saison 2026/27 ist das erste Derby für das Wochenende des 13. Dezember angesetzt, mit Lazio als Heimmannschaft; das Rückspiel folgt am Wochenende des 18. April 2027 bei der Roma. Die Karten dafür sind schnell weg und die Verkaufsregeln streng – wer das Derby als Ziel hat, sollte sehr früh planen.

Ostiamare: der dritte Klub der Hauptstadt

Die Neuheit dieser Saison kommt von der Küste. Ostiamare aus dem Badeort Ostia, am Ende der Bahnlinie, gewann 2025/26 die Serie D und spielt nun in der Serie C, Gruppe B für Mittelitalien. Eigentümer und Präsident ist seit 2025 Daniele De Rossi, Klublegende der Roma.

Damit ist Ostiamare der dritte Profiklub der Hauptstadt und füllt die Lücke, die verschwundene Namen wie Lodigiani oder Cisco Roma hinterlassen haben. Für Reisende eine ideale Ergänzung: günstige Tickets, Stadtteilatmosphäre und das Meer im Hintergrund. Das Regionalderby gegen Guidonia Montecelio steht am 14. Spieltag an.

Fußballreise nach Rom: das Praktische

Tickets. In Italien gilt personalisierte Ticketierung: Ein Ausweis, der zum Namen auf der Karte passt, ist Pflicht. Für Roma und Lazio über die offiziellen Kanäle oder autorisierte Verkäufer buchen – inoffizieller Weiterverkauf führt am Eingang zu echten Problemen. Bei Ostiamare genügt die Tageskasse.

Anfahrt. Stadio Olimpico: Tram 2 ab Flaminio bis zur Endstation Mancini, dann über die Ponte Duca d’Aosta, oder mit dem Bus aus dem Zentrum. Zeit einplanen, denn die Kontrollen dauern bei großen Spielen lange.

Rund ums Stadion. Das Foro Italico mit seinen Mosaiken und Statuen aus den 1930er-Jahren ist schon für sich einen Besuch wert. Im angrenzenden Viertel Ponte Milvio finden sich die meisten Bars und Restaurants vor und nach dem Spiel.

Kombinieren. Serie A im Olimpico am Wochenende und Serie C in Ostia unter der Woche – das ist ein realistisches Programm für drei Tage, mit allem, was Rom sonst noch bietet, dazwischen.

Schlusspfiff

Rom lässt sich nicht auf zwei Trikots reduzieren. Es ist ein Stadion, das sich zwei unversöhnliche Lager teilen, ein Küstenklub, der gerade mit einer Vereinslegende als Präsident in den Profifußball eingetreten ist, und eine Stadt, in der am Tresen über Fußball mit demselben Ernst gesprochen wird wie über Politik. Genau das macht die Reise unvergesslich.



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